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Ein ruhiges Plätzchen


Experimentelle Fußkonstruktion für die Aufstellung eines Subchassis-Plattenspielers. Hier ausgeführt als Kombination aus Multiplex-Platte, Honigwaben-Element, MDF-Segment, Metallfuß und einer weiteren Multiplex-Platte als eingeschraubter Boden für die Holzzarge des Spielers 

Als höchst sensibles Abspielgerät interagiert der Plattenspieler mit dem Raumschall. Der denkbar schlechteste Aufstellort ist deshalb zwischen den Lautsprechern. Dort bündeln sich in aller Regel tieffrequente Dröhnanteile, die das Klangbild zusätzlich aufdicken. 

 

Der Spieler braucht also ein möglichst ruhiges Plätzchen. Wo Sie das im Raum finden, können Sie einfach herausfinden. Lassen Sie über die Anlage ein bassstarkes Musikstück abspielen und gehen Sie dann im Zimmer umher - zunächst entlang der Wände. Dort, wo die Musik tendenziell schlanker klingt, ist ein guter Platz für Ihren Plattenspieler. Mitunter werden Sie  feststellen, dass ein guter Platz auch mitten im Raum liegen kann. Tatsächlich ist eine größtmögliche Freiheit beim Aufstellen der Komponenten die ideale Voraussetzung für bestmögliche Hörergebnisse. Dies lässt sich jedoch kaum im "normalen" Wohnraum verwirklichen. Wer sich ein spezielles Musikzimmer einrichten kann, ist klar im Vorteil.

 

Aus genannten Gründen sollte der Spieler auch nicht auf voluminösen Möbeln, etwa einem Sideboard  oder einer Kommode abgestellt werden. Der Raumschall regt diese Möbel an, die Schwingungen werden auf den Plattenspieler übertragen. Ideal ist ein möglichst kleinflächiges, dabei aber stabiles Trägergestell. Der Fachhandel hält sehr interessante Konstruktionen bereit. Heimwerker können sich freilich selbst etwas ausdenken. 

 

Wer in einem schönen Altbau wohnt, wird höchstwahrscheinlich mit stark schwingenden Deckenkonstruktionen konfrontiert. Das Aufstellen des Spielers auf dem Fußboden kann dann beim Umhergehen im Zimmer oder in der Wohnung - und auch durch Straßenverkehr -  zur Übertragung niederfrequenter Rumpelschwingungen führen. In solchen Fällen ist eine Wandhalterung eine sinnvolle Lösung.

 

Ein Experimentierfeld ist die Ankoppelung des Spielers an die Stellfläche und die Beschaffenheit der Stellfläche selbst. Dämpfende Gummifüße, entkoppeln über Luftschläuche oder harte Ankoppelung über Metallspikes, Sandwichkonstruktionen aus Kork und Filz, Stellflächen aus leichtem Schichtholz, Marmor oder Schiefer, der Phantasie oder Intuition sind fast keine Grenzen gesetzt. Ausprobieren und entscheiden, was "gefühlt" die Wiedergabequalität steigert, ist spannender Teil im unendlichen Spiel mit Namen "HiFi-Tuning".


Hat man für den Plattenspieler ein "ruhiges" Plätzchen gefunden, heißt es im nächsten Schritt, das Gerät exakt "ins Wasser" zu stellen. Hierzu platziert man am besten eine verlässliche Wasserwaage auf dem Label einer aufgelegten Schallplatte. Durch Einstellen der Füße oder durch Unterlegen mit dünnen Holz- oder Metallplättchen wird der Spieler dann exakt ausgerichtet. Durch Weiterdrehen des Tellers um jeweils 180 Grad zeigt sich, ob die Wasserwaage exakt gearbeitet ist. Sie muss auf Umschlag gleich anzeigen. Die Wasserwaage nicht direkt auf die Tellermatte legen. Manche Plattenteller sind minimal konkav gearbeitet. Dann kann es zu Unstimmigkeiten kommen 

Kugelköpfe aus Hartplastik gibt es mit gängigen Innengewinden von M 4 bis M 12 in entsprechenden Größen im  guten Werkzeug-Fachhandel (im Bild eine M6-Version). Sie eignen sich auch sehr gut als  Gerätefüße zur harten Ankoppelung an den Untergrund und sind weit weniger aggressiv zur Stellfläche als spitze Metallspikes - dazu wesentlich günstiger. Kombiniert man die Kugelköpfe noch mit  einer schmalen Kontermutter, eignen sich derartige Fußkonstruktionen auch bestens zum Feineinstellen der Höhe und somit zum bestmöglich Ausrichten des Spielers. Drei Stellfüße verteilen die Lasten besser als vier und sind einfacher einzustellen