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Was sonst noch so alles passiert

10 Tipps für Vinylisten

 

Tipp 1: Stellen Sie Ihren Plattenspieler auf ein statisch stabiles, möglichst kleinflächiges Trägergestell aus Metall oder Holz. Bringen Sie das Gestell bei schwingungsempfindlichen Böden (Altbau) an einer soliden Wand an. Plattenspieler nicht auf großflächige Möbel oder gar auf einem Lautsprecher platzieren. Auch nicht direkt vor, hinter oder zwischen die Lautsprecher.

 

Tipp 2: Halten Sie die Anschlusskabel zum Vorverstärker so kurz als möglich. Kabellänge maximal ein Meter.

 

Tipp 3: Fertigen Sie die Anschlusskabel selbst aus geschirmtem, zweiadrigen Mikrofonkabel an. Legen Sie den Schirm nur einseitig an die Vorverstärkermasse.

 

Tipp 4: Experimentieren Sie mit verschiedenen Tellermatten. Probieren Sie Filz, Antirutschmatten und Kork aus. Das Rohmaterial lässt sich mit einer aufgelegten Schallplatte auf einer festen Kartonunterlage mit einem hochwertigen Bastelmesser rasch passend zuschneiden. Beachten Sie dabei die unterschiedlichen Materialdicken und justieren Sie die Tonarmhöhe entsprechend nach.

 

Tipp 5: Optimieren Sie die Masseanschlüsse an Ihrem Plattenspieler. Führen Sie alle Metallteile auf einen gemeinsamen Massepunkt zusammen. Diesen Sammelpunkt verbinden Sie dann mit dem Massepunkt am Vorverstärker. Generell: Masse immer auf einen gemeinsamen Punkt zusammenführen, nie über verschiedene Geräte verteilen.

 

Tipp 6: Viele Standard-Tonarme haben eine suboptimale Verkabelung. Experimentieren Sie mit einer direkt und ohne Unterbrechung bis zum Vorverstärker durchgehenden Tonarmverkabelung. Die können Sie für den Anfang einfach außen entlang am Tonarm mit Tesafilm fixieren. Um ausreichende Leichtgängigkeit zu erzielen, ist auf entsprechend bewegliches Kabelmaterial zu achten. Für den Anfang genügt Kupferlackdraht mit 0,1 mm Durchmesser vollkommen. Als Abschirmung können Sie Entlötgeflecht verwenden (vorher dünnen Draht/Fahrradspeiche durchfädeln).

 

Tipp 7: Bauen Sie den billigen Standard-Tonabnehmer in ein dämpfendes Holzgehäuse ein. Zum Einkleben Zweikomponenten-Epoxy verwenden,  etwa Uhu Plus. Wenn Sie Liebhaber von Soul- oder Beat-Musik sind, empfehle ich für dieses Experiment den Discotheken-Abnehmer Tonar Diabolic (circa 50 Euro).

 

Tipp 8: Modifizieren Sie die Systemaufnahme am Tonarm Ihres Spielers (Headshell), indem Sie das System über untergelegte Holzzahnstocher, dünne Karbonstäbchen oder Kupferrundmaterial (aus Solidcore-Kabel) befestigen. Probieren Sie Befestigungsschrauben aus Leichtmetall, Edelstahl und Messing (M 2,5) aus. Testen Sie außerdem unterschiedliche Anzugsmomente, maximal "fingerfest" anziehen.

 

Tipp 9: Wischen Sie vor dem Abspielen die Platten mit einem Mikrofasertuch ab, das zuvor "nebelfeucht" mit destilliertem Wasser eingesprüht wurde.

 

Tipp 10: Ganz wichtig. Kontrollieren Sie regelmäßig den Abtastdiamanten mittels Uhrmacherlupe auf Verschmutzung. Es sind nicht nur die gut sichtbaren Fussel, die zu Verzerrungen bei der Rillenabtastung führen, sondern ebenso feine, kaum sichtbare Verbackungen zwischen Diamant und Nadelträger. Wenn Sie Ihre Platten regelmäßig nass reinigen, nehmen auch die Ablagerungen an der Nadel zu. Zur Reinigung der Nadel empfiehlt sich die Zahnstocher-Methode (siehe unten), bei hartnäckigen Verschmutzungen kann sogar ein behutsam geführter Glasfaserpinsel erforderlich werden. Danach erkennen Sie Ihr System - im positiven Sinn - oft nicht wieder.


Auch vermeintliche Einfach-Plattenspieler, wie der gezeigte ERA 444, profitieren von einer soliden Standposition. Hier in Form einen statisch hervorragenden Dreibein-Gestells aus dem Hause Roksan verwirklicht.

Es brummt....

 

Plattenspieler und Brummprobleme gehören zusammen. Typische Ursachen sind:

> Einstreuung durch Kabelverlegung oder in der Nähe befindlichem Trafo.

> Anschlusskäbelchen am Tonabnehmer vertauscht.

> Defekte Verkabelung. Gerne ist ein Übergangswiderstand der Massekontakte Ursache. Bewegen sie die Stecker leicht in den Buchsen. Reagiert das Brummen auf die Bewegung/Druckbelastung? Dann ist etwas mit der Kontaktierung oder den Lötverbindungen faul. Reinigen Sie die Kontaktbuchsen mit Q-Tipps, die leicht mit Bremsenreiniger beträufelt sind. Speziell ältere Cinchbuchsen zeigen häufig Kontaktprobleme.

> Schalter für Tonunterbrechung (Stummschaltung) bei ausgeschaltetem Gerät im Plattenspieler defekt.

> Masseführung nicht optimal. Plattenspielergehäuse und Tonarm müssen mit der Verstärkermasse verbunden sein.

> Einzelne Masseanschlüsse sternförmig auf einen Punkt zusammenführen (am Verstärker). Bei getrennten Vor- und Endstufen Masse immer an den Vorverstärker legen.

> Für Masseexperimente einfache Prüfkabel mit Krokodilklemmen verwenden. Sind optimale Masseführungen gefunden, kann das Ganze in "schön" mit Lötösen ausgeführt werden.

> Wird das Brummen lauter, wenn der Tonarm zur Tellermitte hin bewegt wird, fängt sich das System vom Antriebsmotor des Spielers her Störungen ein. MI-Systeme sind in dieser Beziehung besonders anfällig, besonders, wenn sie offen in einem Holzkorpus montiert sind (etwa Grado Wood).

> Ein ausgeprägter Netzbrummton nach dem Aufsetzen der Nadel kann auch durch eine Resonanz der Tonarm-Tonabnehmerkombination entstehen. Besonders alte Systeme mit verhärtetem Nadelträger-Aufhängungsgummi sind hierfür anfällig.

> Und nicht zuletzt: System oder Verstärker defekt.

 

 

Plattenteller fleckig:


Handschweiß ist aggressiv. Das sieht man an älteren Plattenspielern. Die Ränder des Plattentellers sind mit dunklen Flecken übersät. Speziell ältere Thorens-Spieler werden wegen der verwendeten Metalllegierung gerne von dieser unschönen Erscheinung heimgesucht.

 

Als simple Kur hat sich etwas Zitronensaft und feinste Stahlwolle erwiesen. Pressen Sie die Zitrone in ein flaches Gefäß aus und tupfen Sie die Stahlwolle hinein (Feinheit 000). Legen Sie sich ein altes T-Shirt auf den Schoß, damit Sie den Teller sicher halten können und sich selbst nicht bekleckern. Reiben Sie nun in Umlaufrichtung in großzügigen Schwüngen den Teller ab. Der Effekt stellt sich recht zügig ein.  Im besten Fall ergibt sich wieder gleichmäßiger Glanz. 

 

Wischen Sie den Teller abschließend mit einem feuchten Lappen (Spüliwasser/Fensterreiniger) gründlich ab. Etwas Balistol oder Auto-Polierwachs versiegelt die Fläche vor neuerlichen Handschweißattacken.

 

WICHTIG: Probieren Sie die Wirkung der Zitronensaft-Stahlwolle-Kombination zuerst auf einer später nicht sichtbaren Stelle aus (Tellerober- oder -unterseite). 

 

Viel Erfolg. Für eventuelle Schäden oder brennende Augen keine Haftung...


Kann fleckig gewordene Ränder von Plattentellern wieder wie neu machen: Zitronensaft und Stahlwolle. Erst an unsichtbarer Stelle ausprobieren. Abschließend mit Wasser reinigen und mit Schutzöl oder Wachs konservieren

 

Die Nadel springt...

 

Hüpfende, aus der Rille springende Abtastnadeln können verschiedene Ursachen haben, angefangen bei heftigem Höhenschlag der Platte sowie stark verschmutzter oder beschädigter Tonrille. Nicht zu vergessen mechanische Schäden an der Tonarmlagerung oder an der mitunter anzutreffenden Endabschaltung. Auch ein völlig falsch einjustiertes Antiskating kommt als Fehlerquelle in Frage, oder - ganz banal - eine windschiefe Aufstellung des Spielers. Eher selten sind verspannte Tonarmkabel der Auslöser. Ein schadhafter oder völlig verdreckter Abtastdiamant kann auch Übeltäter sein, wobei dann eher der Plattenspieler-Nutzer der Verursacher ist. Und ja, in den allermeisten Fällen ist es ein "Users Error", der die springende Nadel auf ihren unerwünschten Abweg gebracht hat. Deshalb stelle man an dieser Stelle stets die Standardfrage: Was wurde zuletzt am Spieler geändert? Oft kommt als Antwort: Ein neues System wurde eingebaut. Alles tip top neu. 

Dort liegt dann so gut wie immer der Hund begraben. Also gilt es zu prüfen: Stimmt das eingestellte Auflagegewicht? Hat das neue System andere Höhen-Abmessungen und nun setzt der Arm beim Spielen ganz leicht auf der Liftbank auf? Ist das System wirklich neu oder nur ein ungebrauchtes Altsystem mit jetzt defektem weil entweder zu hartem oder viel zu weichen Nadelträgergummi?

Dazu ein Fall aus der Praxis: Der Spieler arbeitet zunächst einwandfrei. Bis zum letzten Titel auf der Platte. Dann setzen hörbare Verzerrungen ein, und urplötzlich flitzt der Tonarm in Richtung Plattenmitte, bis über das Etikett hinweg. Auch das deutliche Erhöhen der Auflagekraft bringt keine Besserung.

Als Ursache stellt sich ein völlig falsch eingesteller Überhang heraus. Das heißt, die Nadel läuft viel zu weit vor der Plattenteller-Achse. Auf dem großen Umfangsradius funktioniert das noch, aber auf der "engen Kurve" im Innenbereich reißt es die Nadel förmlich nach innen weg. Begünstigt durch den Rillenimpuls einer einsetzende Bass- oder Fortissimo-Passage. Nachgemessen stellte sich heraus, dass der Überhang um 11 Millimeter zu weit vorne liegt. So ein Montagefehler kann beim flinken Systemtausch ohne Kontrolle schnell passieren.

Wenn die Nadel spring, prüfe man: Leichtgängigkeit des Tonarms. Dazu Arm durch Einstellen des Gegengewichts in "Schwebezustand" bringen. Er muss horizontal und vertikal leicht schwingen, ohne zu ecken oder hängen zu bleiben. Beim Test leicht gegen den Arm pusten.

Geometrische Einstellungen (Tangentialer Spurwinkel) mit Einstellschablone (Typmuster Walter E. Schön oder ähnlich) prüfen. Auflagekraft mit genauer Federwaage kontrollieren. Nadelaufhängung auf Ansprechverhalten hin testen. Arm hierzu bei stehender Platte mit Lift und korrekt eingestellter Auflagekraft aufsetzen und abheben. Prüfen, ob die Nadel die Bewegung schnell federnd mitgeht, bockt oder beim Ausfedern gar hängen bleibt. Mit der Nadel verhält es sich wie beim Fahrwerk: Ungefederte Räder neigen zum Springen, oder wenn die Dämpfung der Federung zu schwach oder eben viel zu stark ist. Deshalb kann zu hohe Auflagekraft das Springen sogar verstärken.


Obwohl die Umfangsgeschwindikeiten Richtung Plattenrand deutlich höher sind, machen sich geometrische Fehlstellungen des Tonarms eher in den "engen Kurven" Richtung Plattenlabel bemerkbar. Reißt es den Arm Richtung Tellermitte, ist meistens der Überhang des Systems viel zu groß eingestellt.

Plattenspieler zu leise

Oft ist die Enttäuschung vorprogrammiert. Die bestehende Anlage mit CD-Spieler wird um den längst überfälligen Plattenspieler ergänzt. Doch der neue Plattendreher spielt viel leiser als CD oder Radio. Was ist da los? Genau genommen muss man in diesem Fall die Perspektive wechseln. Nicht der Plattenspieler ist zu leise, sondern der CD-Spieler ist zu laut. Um bei den Vorführungen im Verkaufslokal möglichst spektakulär zu klingen, haben die Hersteller seit den achtziger Jahren die Pegel der Quellengeräte immer weiter angehoben. Auch die Wiedergabe-Pegel der CDs selbst wurden immer lauter. Besonders krass fällt das auf, wenn ein CD-Spieler an einen älteren Verstärker, etwa ein Röhrengerät aus den frühen sechziger Jahren, angestöpselt wird. Die Eingangsempfindlichkeit dieser Oldies liegt für Radio oder Tonband (ergo CD-Player) bei rund 200 Millivolt. Der CD-Spieler liefert aber 1,5 Volt und mehr an den Eingang. Entsprechend lautstark geht der Verstärker bereits bei kleinstem Dreh am Volumensteller zu Werke. Richtig wäre es demnach, den Ausgangspegel des CD-Spielers mittels Spannungsteiler zu reduzieren. Damit ließen sich die Volumenpegel der verschiedenen Quellengeräte untereinander  in Abstimmung auf die Eingangsempfindlichkeiten angleichen. 

Wird der Plattenspieler an einen modernen Verstärker - ohne speziellen Phonoeingang - angeschlossen, braucht es einen extra Phono-Vorverstärker. Billige Geräte liefern oft nur einen geringen Verstärkungsfaktor und spielen entsprechend leise. Der Verstärkungsfaktor sollte für MM-Systeme bei um die 40 dB liegen, für MC-Systeme bei um die 60 dB.

Der große Nadelputz

Am Abtastdiamant bleiben nicht nur Fusseln sondern auch jede Menge feiner Schmodderreste aus den abgetasteten Rillen hängen. Wer einmal eine längere Zeit genutzte Nadel unter der Uhrmacherlupe anschaut, der erkennt, warum das System "nicht mehr klingt". Den passenden Reinigungstipp habe ich vor einiger Zeit ein paar alten Vinyl-Brüdern abgelauscht. Deren Empfehlung ist ebenso einfach wie genial: Man nehme einen Holzzahnstocher und kaue auf der Spitze herum. Dadurch spleißen die Holzfasern fein auf, gleichzeitig bleibt die Spucke darin haften. Dieses Werkzeug sodann behutsam von hinten her an den Diamanten wie ein Pinselchen heranführen und die Schmutzpartikel gaaanz vorsichtig mit den Holzfasern abstreifen. Die Spucke löst den Schmutz, zugleich bleiben die winzigen Partikel daran haften. Funktioniert bestens. (Vielleicht noch besser, wenn zuvor ein Schnaps inhaliert wird...) Am sichersten geht das bei abgenommenem System (schön, wer einen Tonarm mit SME-Kupplung hat) - und mit Kontrollblick durch die Uhrmacherlupe. Bitte zuerst an einem alten, preisgünstigen System "trainieren". Der klangliche Gewinn dieser "Spuckereinigung" ist mitunter frappierend.


Diamanten müssen funkeln. Ein blitzblank sauberer Abtast-Diamant ist Voraussetzung für besten Hörgenuss.

Audio Technica AT 91 - Der Budget-Tuningtipp

Neben dem bekannten und beliebten Audio Technica AT 95 existiert noch das ähnlich preisgünstige AT 91. Es ist für um die 20 Euro zu haben (Stand 5/2014). Die Konstruktion entspricht dem gängigen AT-Muster. V-förmig angeordnete Magnete induzieren in die längs zur Systemkörperachse angeordneten Spulen die Signalspannung. Das AT 91 ist also ein Moving Magnet-System. Die Abmessungen sind etwas anders als beim AT 95, auch der Nadelträger-Halter ist anders als beim AT 95 aufgebaut. Gefertigt wird das AT 91auch nicht in Japan, sondern in China. Interessant ist aber ein anderes Detail: Der Nadelträger ist nicht aus Metall, sondern ein formgepresstes Carbonfaser-Bauteil. Gewissermaßen echte Formel 1-High Tech zum Schnäppchenkurs.

Schaut man sich den Nadelträger unter der Lupe an, kommt Begeisterung auf. Er ist nach dem Prinzip des Trägers ungleicher Lasten geformt und geht flüssig in Verdickung für die Magnetaufnahme und Dämpfergummi-Auflage über. Das ist fast schon Bio-Design. Besser kann man so ein Teil nicht bauen, und deshalb bin ich fast geneigt zu sagen, dass wir bei diesem Billigteil einen ideal aufgebauten Nadelträger vor uns haben. Zusätzliche Versteifungen nach dem Raumnadelprinzip scheinen überflüssig.

Ein bisschen Tuning geht aber immer. In diesem Fall bietet es sich an, den Arbeitsspalt für die beiden Magneten durch Zurechtbiegen der Metallzungen zu optimieren. Hierbei ist Fingerspitzengefühl erforderlich. Die Magnete dürfen im Betrieb die Metallzungen nicht berühren. Unterschiedliche Abstände führen zudem zu Kanalungleichheiten. Ein wenig fummeln und probieren ist also erforderlich. Beim geringen Einstandspreis ist aber für derartige Experimente nicht viel Mut erforderlich.

Beim Testmuster stand zudem der sauber in eine Bohrung eingelassene Abtastdiamant leicht schief. Wie bei allen ATs lässt sich das durch behutsames Drehen des Nadelträgers mittels gefühlvoll an die Magnetstifte angesetztem Zahnstocher korrigieren.

Bei MM-Systemen ist die Kapazität des Anschlusskabels wichtig. Mit einer serienmäßigen Thorens-Strippe klang es zunächst muffig und undynamisch leblos. Nachdem ich den Goldstrom ECC 88-Röhrenphono-Verstärker auf dem kürzest möglichen Weg an den Garrard gestöpselt hatte, sah die Sache gleich ganz anders aus. Das AT 95 klang nun ausgewogen rund mit geschmeidigen Höhen und einem schönen Bass. Popmusik marschiert da sehr gut, und selbst bei Opern-Einspielungen muss das System in diesem Trimm nicht passen. Luftigkeit und Raum sind in außreichender Weise da, und die dynamische Attacke kann überzeugen. Freilich geht mit weiter entwickelten Abtastern in Sachen Raum, Dynamik und Duft noch mehr. Die klanglichen Unterschiede sind aber weit weniger krass als die pekuniären.

Das AT 91 kann ich also allen Vinyl-Einsteigern und auch preisbewussten Routiniers empfehlen. Tuning-Freunde finden zudem eine nette Spielwiese. Als nächstes wird geklärt, wie sich Modifikationen am Gehäuse auf das Klanggeschehen auswirken.

Übrigens: Das baugleiche System wird von Rega unter dem Namen "Carbon" vermarktet. Es unterscheidet sich durch die Farbe und den (doppelten bis dreifachen) Preis.


Audio Technica AT 91 mit abgenommenem Nadelträger. Klasse gefertigtes Großserienteil "made in China". Die V-förmigen Magnetsifte sind gut zu erkennen. Der zugehörige Magnetspalt im Gehäuseschacht kann noch "getuned" werden. Kostenpunkt um die 20 Euro

Einbaufertiges AT 91 in fotogener Rückenlage. Der Carbon-Nadelträger ist gut zu erkennen. Die Spitze zur Aufnahme des konischen Abtastdiamanten wurde sogar noch mechanisch bearbeitet. Ein toller Aufwand für so ein günstiges Teil. Allerdings war die Bohrung für den Abtastdiamanten nicht perfekt getroffen. Was bei diesen Winzdimensionen verständlich ist. Der Unterschied von High Tech zu High End liegt oftmals ja nur im gnadenlosen Aussortieren nicht völlig perfekt gearbeiteter Bauteile. Beim super billigen AT 91 kann man eigenhändig noch ein wenig "highendeln". Viel Spaß dabei